Militarismus und Gewalt: Von 1870 bis heute eine bayrische Mischung: Geld und Faschismus

schmeiss den panzer an

Militär kostet der Staatskasse, also dem Volk per Steuern einen Haufen Geld, bringt es aber zufällig immer zu den Reichen, die das Militär mit Klamotten (Lodenfrey …) Proviant und Waffen ausrüsten.

1870 fuhren viele Soldaten nach Frankreich, brachten 1871 als Sieger, wie es immer noch auf dem Kriegerdenkmal in Wearn steht, eine Menge Schätze mit, und zur Jahrhundertwende bis 1912 /15 konnten in Städten wie München, Leipzig, Dresden … stolze Franzosenviertel gebaut werden, mit Strassennamen der Schlachtorte und Feldherren, manche Dörfer bekamen stolze Michaelskirchen, und die nächste Aufrüstung brachte Arbeitsplätze …

1914 schrieben sie im August auf die Züge: Weihnachten sind wir wieder daheim! und sie konnten wieder hoffen, dass „der Ausflug“ mit schönen Geschenken nach Hause enden würde. Adelsoffiziere, Generäle, König und Kaiser hatten den grausigen Fortschritt nicht eingerechnet, verbesserte Kriegstechnik und Giftgas, das grade neu war: Vier Jahre Hunger und Sterben für einen Blödsinn, denn der „Erbfeind“ hatte die gleichen Probleme, die entsprechend blöden taktischen Politiker.

umarmt oder unentschieden

1918 im Februar streikten Rüstungsarbeiter, Anführende und Sprecher wie Kurt Eisner landeten im Gefängnis. Es war ja noch immer Sozialisten-Verfolgung, auch wenn sozialdemokratische und vaterländische Frauen nun Pflege und Versorgung organisieren durften. Im Sommer und Herbst erste Hunger-Demonstrationen, heimgekehrte Soldaten ohne Arbeit und die Landwirtschaft ohne Kraft und Pferde, die Berufsgruppen organisierten sich, die Unruhe wuchs: 7. November Revolution, Volksstaat, Schluß mit der adels-militärischen Monarchie, Entwaffnung, Friedensvertrag, Neuanfang.

Eisner, als Vorsitzender des Arbeiter- Bauern und Soldatenrates, – was alle organisierten Berufe umfassen sollte – ruft den Freistatt aus und erklärt Wittelsbach für abgesetzt, das Richtung Ungarn auf’s Landgut flieht. Aber die alte königliche Polizei und Verwaltung ist für eine Volks-Republik nicht zu brauchen, Eisner versucht, neben und zum Parlament, das dann im Februar 1919 – erstmals auch von Frauen – gewählt wird, die Räte der Berufsgruppen zu organisieren, als Eingebende und Ausführende Mitwirkende des Parlaments.

kurtEisnerBuechergilde

Sie unterschätzen die Macht des Geldes und der Presse, die Rache des Adels, der das Vorrecht des Offiziersberufs verloren hat, die antisemitische Stimmung, die aus katholischer Reaktion von den Kanzeln geschürt wird: USPD und SPD, Kommunisten haben wenig Stimmen, Eisner will am 21. Februar zum Landtag, die Rücktrittsrede in der Tasche.

Die Bayrische Vereinsbank hatte den tiefschwarz-braunen Humor, ihr Kundencenter an der Ecke Maffei- / Faulhaberstrasse  Arco-Center zu benennen, nach dem jungen Mann „von Valley“, der von jenem eingang kommend, Eisner von hinten niederschoß, und über viele Jahrzehnte gab es für den Toten keine Gedenkstelle dort. Der Mörder wurde kaum bestraft, wurde später was bei der Lufthansa.

Zwei weitere Versuche gab es, Räte-Regierungen zu bilden, die dritte wurde dann blutig von Truppen aus Berlin (SPD-Noske) und rechten Korps aus dem bayrischen Oberland niedergemacht, denen eingeredet worden war, die Räterepublik würde ihre Frauen vergesellschaften. Die Einnahme der Stadt München von 1. Mai 1919 ab kostete mehr als 550 Menschen das Leben, denn jeder konnte als Verdächtiger sofort ohne Überprüfung erschossen werden.

wiener platz gestalten

Am Wiener Platz hängt eine verwitterte graue Tafel zur Erinnerung an Perlacher Sozialdemokraten, die von einem Pastor als Kommunisten denunziert, dort im Hofbräukeller erschossen wurden.

Am Karolinenplatz, nordöstlich vom Obelisken, wurden in der Villa, in der heute der Sparkassenverband sitzt, eine Gruppe von Kolping-Jugendlichen erschossen, die von einer Theaterprobe kamen. Die Tafel dazu war im Keller gelandet …

Eine Gewalt des Geldes: Dort, im ehemals königlichen Viertel, thront immer noch der Bruckmann-Verlag, residiert großes Geld, das Hitler zur Macht verholfen hatte. Auch er hatte das Gefühl, keine Steuern zahlen zu wollen, und ließ seine Buch-Einnahmen, jedes Paar hatte sich im Standesamt zur Hochzeit „Mein Kampf“ zu kaufen, lieber in die eigene Tasche fließen.

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